Wirtschaftlichkeit gegen Anfangsinvestition
Bewohner im Passivhaus genießen einen Lüftungs- und Wärmekomfort, der an Luxus grenzt, aber weder Geld noch Energie kostet. Eigentlich merkwürdig, denn die Dämmung, die Superfenster und die Wärmerückgewinnung müssen bezahlt werden: Mit der zunehmenden Wirtschaftlichkeit steigen die Kosten in zunehmendem Maße und nähern sich einem Punkt, an dem sich die Effizienzmaßnahmen nicht mehr rentieren - diesen Sachverhalt beschreibt das "Gesetz des schwindenden Grenznutzens".
Auf den ersten Blick scheint es also keine Chance zu geben, den Heizwärmebedarf mit vertretbarem ökonomischem Aufwand unter 30 Kilowattstunden pro Quadratmeter im Jahr zu drücken. Diese scheinbar unüberwindliche Hürde basiert jedoch auf der Annahme, dass auch ein superwärmegedämmtes Haus mit einem teuren gewöhnlichen Heizsystem gebaut wird. Hier setzt das Passivhaus an: Die zusätzliche Wärmedämmung wäre, kombiniert mit einem konventionellen Heizsystem, unrentabel. Weil ein Passivhaus jedoch kaum noch Wärme verschwendet und auch mit dem geringen Heizwärmebedarf von 15 Kilowattstunden pro Quadratmeter warm bleibt, kann es auf diese Heizung verzichten. Die gesparten Investitionen fließen stattdessen voll in die zusätzlichen Maßnahmen zur Effizienzsteigerung. Mehrere gebaute Beispiele beweisen, dass Passivhäuser schon heute kostenneutral gebaut werden können. Als Faustregel gilt allerdings, dass ein Passivhauses (noch) fünf bis zehn Prozent mehr kostet als vergleichbare konventionelle Gebäude. Diese zusätzlichen Investitionen werden jedoch durch zahlreiche Förderprogramme abgefedert. Damit und in Verbindung mit den eingesparten Energiekosten rentiert sich das Passivhaus von Anfang an.


